Mit Freunden in Leipzig
Am frühen Morgen des 23. Juni starteten 28 Bischofsheimer und 4 Engländer aus der Partnerstadt Crewe & Nantwich nach Leipzig. Nach einem Picknick ging es frisch gestärkt weiter nach Naumburg, wo eine Führung durch den Naumburger Dom auf dem Programm stand. Der Dom ist UNESCO Weltkulturerbe und wird weder von kirchlicher noch von staatlicher Seite finanziert. Diese Aufgabe wird seit mehr als 100 Jahren von einer Stiftung wahrgenommen, welche die Kirche jedoch der ev. Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung stellt. Der Dom ist die einzige Kirche mit je einem Lettner sowohl im Ost- als auch im Westchor. Letzter gab den Ausschlag für die Ernennung zum Weltkulturerbe. Im Ostchor sind die Stifterfiguren untergebracht. Die beiden bekanntesten unter den 12 Figuren sind Markgraf Ekkehard und seine Gemahlin Uta, die das finanzielle Fundament zum Bau des Doms bereitstellten. Danach ging es weiter nach Leipzig. Nach dem Bezug der Zimmer konnte die Stadt auf eigenen Faust erkundet werden.
Am späten Morgen des nächsten Tages wurden die 20 polnischen Freunde aus Dzierżoniów empfangen. Am Nachmittag gab es bei einer Stadtrundfahrt einen ersten Eindruck von der Stadt an deren Ende der Besuch des Völkerschlachtdenkmals stand. Eine Einführung in die weltpolitische Lage zur Zeit der Völkerschlacht und der Erbauung des Denkmals 100 Jahre später gab allen einen Überblick in die zeitgeschichtlichen Dimensionen. Natürlich wurde auch das 91 Meter hohe Denkmal bestiegen. Von der obersten Galerie hatte man einen sehr guten Rundumblick auf Leipzig. Im Anschluss wurde die russisch-orthodoxe Kirche in der Nähe des Denkmals besichtigt. Sie wurde zu Ehren der bei der Völkerschlacht gefallenen russischen Soldaten errichtet. Der Tag klang aus im Brauereigasthof Napoleon (er besuchte das Gasthaus vor der Völkerschlacht) in der Nähe des Denkmals.
Der Dienstagmorgen war einem Besuch der Stadt Grimma vorbehalten. Bei einem Stadtrundgang stieß man immer wieder auf die Hochwassermarken von 2002 und 2013, die zeigten welche Katastrophen sich damals ereignet haben, Besonderheiten sind zum einen das Gymnasium St. Augustin, eine Stiftung von Moritz von Sachsen und zum anderen die Augustinerkirche. Das Augustinum besuchte unter anderem Paul Gerhardt. Mit dem Schiff ging es dann auf der Mulde zum Mittagessen im Hotel zur Schiffermühle.
Weiter ging es nach Höfgen zur Besichtigung der technischen Schauanlage „Wassermühle“ und der Wehrkirche. Einen besonderen architektonischen Höhepunkt stellte der Besuch von Schloss Hubertusburg in Wermsdorf dar. Die Schlossanlage ist das Ergebnis einer Reise des sächsischen Kurfürsten August der Starke zu Ludwig XIV. Schloss Hubertusburg sollte größer und prächtiger ausfallen als Versailles. Es wurde dann das größte Jagdschloss Europas und zugleich das Hochzeitsgeschenk für seinen Sohn Friedrich August II.. Die prächtige Anlage wurde im 7jährigen Krieg von den Soldaten auf Befehl Friedrich des Großen geplündert. Zurzeit wird es aufwändig restauriert.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Salzstadt Halle. Die Besichtigung der Altstadt mit der großen dreischiffigen Hallenkirche St. Marien, dem Roten Turm mit dem größten Glockenspiel Europas und dem Westminster-Schlagwerk, der neuen Residenz und dem Dom, für den der Mainzer Kardinal Albrecht eine Klosterkirche der Dominikaner umbauen ließ, war trotz der brütenden Hitze sehr interessant gestaltet.. Danach schloss sich noch eine Stadtrundfahrt an. Sehr angenehm gestaltet sich dann der Besuch der Halloren Schokoladenfabrik. In die Besichtigung eingebunden war die Verkostung der berühmten Schokoladenkugeln und am Ende der Genuss von Kaffee und Torte. Der Abend konnte dann frei gestaltet werden.
Am Donnerstag stand die Besichtigung der Leipziger Altstadt auf dem Programm. Erster Anlaufpunkt war die BIBLIOTHECA Albertina der Universität Leipzig, eine Schenkung des Albertiner Herzogs Moritz von Sachsen im Jahre 1543. LDie Leipziger Universität ist die zweitälteste in Deutschland nach Heidelberg. Die Bibliothek ist jeden Tag 24 Stunden geöffnet und voll digitalisiert. Danach erfolgte der Besuch der Thomaskirche. Hier wirkte Johann Sebastian Bach 27 Jahre als Thomaskantor und gründete auch den Thomanerchor und die Thomanerschule. Martin Luther predigte 1539 in dieser Kirche. Nächstes Ziel war die 1165 gegründete Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai. Diese Kirche spielte eine besondere Rolle bei der friedlichen Revolution 1989. Von hier hatten u. a. die Montagsdemonstrationen ihren Ausgang. Diese Montagsdemonstrationen dauern bis heute an. Letztes Ziel des Vormittags war das Bundesverwaltungsgericht, das seinen Sitz im ehemaligen Reichsgericht gefunden hat. Am Nachmittag wurde noch das Stasi-Unterlagenarchiv in der ehemaligen Zentrale des MfS besucht. Der Tagesklang fand in Auerbachs Keller statt.
Der Freitag erhielt eine ganz andere Ausrichtung. Er sollte dem weiteren Zusammenwachsen der Partnerschaft dienen. Mit Tretmobilen wurde der Cospudener See umrundet. Die Fahrgemeinschaften waren gemischt besetzt und es machte allen Spaß. Unterwegs wurde dem Bistumsturm ein Besuch abgestattet. Wer die 180 Stufen erklommen hatte, wurde mit einem wunderen Blick auf Leipzig und seine Umgebung belohnt. In der Ferne war z. B. das Völkerschlachtdenkmal zu entdecken. Der Cospuener See ist ein ehemaliger Braunkohlebergbau der renaturiert worden ist und heute eines der Naherholungsgebiete von Leipzig darstellt.
Am Abend feierte man ein gelungenes Treffen der Reiseteilnehmer aus den drei
Partnerstädten im Brauhaus Napoleon. Alle waren sich einig, Leipzig ist eine Reise wert.
Am Samstagmoren hieß es Abschied nehmen, Jedoch mit der Gewissheit sich im nächsten Jahr wieder zu sehen, um 30 Jahre Partnerschaft zwischen Dzierżoniów und Bischofsheim zu Feiern.
-dwg-
